Videokapselendoskopie (VKE) oder Die Reise ins Ich…


Bei guten Diagnosekliniken kann man schon jetzt ein dreidimensionales Abbild seiner Organe und seines Körperinneren bekommen, um auf diese Weise zumindest aus dieser Sicht eine erste gesicherte Diagnose zu erhalten.

“Die Reise ins Ich” war bis jetzt immer eine Fiktion. Ein Traum, wie er zum Beispiel in der gleichnamigen amerikanischen Komödie dargestellt wird. Nur ist es in der Realität kein bemanntes U-Boot, sondern eine bohnengroße Kamera. Ein Winzling von der Größe einer Antibiotikatablette voller Power den man schlucken muß um ihn dann auf natürlichem Wege wieder auszuscheiden.

Auf seiner “Reise in Dein Ich” oder besser: “durch Dich”, macht dieser Winzling Bilder. Damit ist die optische Endoskopie des gesamten Dünndarms möglich. Das Verfahren wird zur Abklärung unklarer gastrointestinaler Blutung und Tumorausschluß eingesetzt.

Die Kamera sendet 2 Bilder pro Sekunde an das auf den Bauch geklebte Telemetriesystem und einen Recorder. Das ganze Verfahren ist schmerzfrei. Eine Magenspiegelung, oder eine Dickdarmspiegelung kann dieses Verfahren freilich nicht ersetzen, da man keine Gewebeproben entnehmen kann. Die Kapselendoskopie ist ein rein diagnostisches Verfahren, welches zur Lokalisation und Beurteilung pathologischer Veränderungen im Dünndarmbereich dient, oder dort wo man mit bisherigen eingesetzten Mitteln nicht mehr weiter kommt.

Nebenwirkungen gibt es praktisch nicht, wobei dies natürlich keine Arzt versprechen kann, oder gar garantieren. Es ist in Fällen von deutlich weniger als 1% möglich, daß die Kapsel vielleicht stecken bleibt, was man aber mit darmanregenden Mitteln in den Griff bekommen kann. Unverträglichkeiten sind zwar möglich, aber äußerst selten.

Insgesamt gesehen ist die Videokapselendoskopie (VKE) aber eine sehr segensreiche Möglichkeit das innere des Darms zu betrachten bevor man sich unter ein Skalpell legt. Möglicherweise kann man durch die Möglichkeit das Innere zu betrachten auch eine Operation ausschließen, weil es andere Möglichkeiten gibt, oder weil es eben kein Tumor ist wie man anfänglich wegen der Blutungen gedacht hatte.

Auf den Seiten des Klinikums Saarbrücken erhalten Sie noch mehr Infos zu diesem Thema.

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